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Tagebuch von Bonny
Der "Hundeführerschein" von Rosemarie und Olaf Burmeister
Im Juli nach der Hitze wird geübt, sagt
Frauchen, ich habe das Gefühl, dass Bonny alles vergessen hat. Wir besuchten
unsere Hundetrainerin Frau Guhl, und ich hatte einen riesigen Spaß. Erst
durfte ich eine Fährte ablaufen, am Ende fand ich immer eine Tasche mit
Leckerlies, die ich zur Belohnung leer futterte. Anschließend ging es auf
den Übungsplatz. Frauchen befreite mich von der Leine und ich raste erst einmal
vor lauter Übermut los. Bald kam von Frauchen das Kommando „Platz“! Sofort legte
ich mich hin, dann folgte: “Sitz!“ Zur Belohnung gab es von Frauchen ein
Leckerli. Frau Guhl meinte, dass Bonny die Kommandos super abarbeitet. Von
den Problemen, die wir kurz nach der Hitze hatten, ist nichts mehr zu
sehen. Wir sollten bald im freien Gelände am Hummelsee oder Kupferteich üben,
damit Bonny dann noch mehr Ablenkung hat, meinte meine Trainerin. Gesagt, getan, das
nächste mal trafen wir uns am Hummelsee. Ich wurde abgeleint und los ging es.
Wir übten die Kommandos: Platz , Sitz ,Fuß und wenn ein anderer Hund entgegen kam
musste ich ganz locker daran vorbeigehen. Oh je, das viel mir ein bisschen
schwer, aber ganz langsam begriff ich. Zu einem anderen Hund durfte ich laufen,
wenn ich mich vorher auf Kommando setzte und Frauchen anschließend rief:
“Lauf!“ Geübt wurde auch das Vorsitzten, dabei ging Frauchen weiter
während Frau Guhl mich festhielt. Nach einigen Metern drehte Frauchen sich
um und rief mich. Ich wurde losgelassen und sauste wie von einer Tarantel
gestochen zu Frauchen. Sie hatte nämlich ein Leckerli in der Hand. Vor ihr
machte ich halt, setzte mich und sie sagte: "Fuß!" Ich lief um sie herum
und setzte mich an Ihre linke Seite. Frau Guhl hat uns das so beigebracht.
Meine Ausbilderin war sehr zufrieden und davon überzeugt, dass Bonny
den Hundeführerschein mit Leichtigkeit schafft. Am 20.08. wurde ich 1 Jahr alt, Frauchen band mir eine glitzernde goldene Schleife ans Halsband , um 11 Uhr hatten wir Training am Hummelsee. Die Leute, die an uns vorbei gingen lachten, na, du hast aber eine schöne Schleife. Da ich gleich wieder los tobte, war die Schleife auch sofort verschwunden. Nach dem Training bekam ich zu Hause zum Geburtstag noch eine riesengroße Wurst. Für den 29.08. hatten wir einen Prüfungstermin für den Hundeführerschein bekommen. Herr Lemke wartete schon mit seinem belgischen Schäferhund-Rüden auf uns am vereinbarten Treffpunkt in Hamburg - Langenhorn. Ein toller Sonntag Vormittag mit sommerlichen Temperaturen, nicht zu heiß für mich. Da wir die einzigen Prüflinge waren, ging
es gleich zur Sache. Vor dem Schäferhund hatte ich schon ein bisschen Respekt.
Von Frauchen und Herrchen verlangte er jeweils die wichtigsten Kommandos wie
Sitz und Platz, die ich auch artig ausführte. Anschließend ging es auf einen
Spaziergang. Ein Postbote kam vorbei, Frauchen schickte mich auf Sitz. Der
Prüfer wollte wissen, ob ich mich ablenken lasse. Schließlich wusste ich, dass
Frauchen kleine Käsehäppchen in ihrer Tasche hatte. Mit einem Jogger
verhielt sich die Sache genauso. Herr Lemke schmunzelte zu mir rüber und stellte
fest, dass ich doch eine sehr gut erzogene Hündin sei und erzählte davon, dass
nicht alle Hunde so viel Disziplin besitzen. Ein anderer Hund sei sogar von
Frauchen weggelaufen, um einer Hasenspur zu folgen.
Da wir einen Teil der Strecke ohne Leine gingen, musste ich auf Frauchens Ruf spontan auf unserem Weg Platz machen. Meine Belohnung viel mir sofort ein und ich legte mich wie eine Musterschülerin. Herr Lemke ließ während unseres Ausflugs seinen eigenen Hund an der Leine neben mir oder in der Nähe von mir laufen. Dabei durfte ich nicht an der Leine ziehen und zerren, sondern vernünftig neben Frauchen und Herrchen herlaufen, das gleiche natürlich auch ohne Leine. Ihr wisst ja von dem Käse in den Taschen. Also blieb ich automatisch in der Nähe von den Hosentaschen Herrchens und Frauchens. Andere Hunde wurden ausgeführt und begegneten uns. Ich ließ mich nicht besonders ablenken und wurde natürlich mit Lob und Leckerli bedacht. An einem Lichtmast wurde ich plötzlich angebunden und sollte auf Platz bleiben. Frauchen und Herrchen mussten in einigen Metern Entfernung stehen bleiben. Ich musste artig liegen bleiben und durfte mich durch nichts ablenken lassen. Zufällig kam ein andere Hund mit seinem Frauchen vorbei. Ich rührte mich nicht von der Stelle. "Fein", kam es von allen Seiten. Ich war mächtig stolz auf mich und schaute ganz feierlich in die Runde. Zum Schluss folgte die Abrufübung, wobei ich festgehalten wurde und umschichtig aus einer Entfernung von ca. 30 Metern abgerufen wurde. Ich sollte dann jeweils vor Frauchen und Herrchen Vorsitzen. Zusätzlich zu dieser Anforderung setzte ich mich auf die linke "Fußposition".
"Bravo, bravo, Bonny, du hast mit Auszeichnung bestanden!" Das waren die begeisterten Worte meines Prüfers. Auch Herrchen und Frauchen waren sichtlich erleichtert und lobten mich begeistert. Somit genüge ich jetzt der Hamburger Verordnung über die Anleinpflicht. Da ich gehorsam und nicht aggressiv bin, darf ich auch ohne Leine auf Hamburger Gebiet laufen. Herrchen und Frauchen bekamen jeder eine Leinenbefreiungsbescheinigung. Mein Herrchen hatte nicht einmal Zeit genug, um ein paar Fotos zu schießen...
Schlummer-Kissen in Velourlederoptik
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