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Ein neuer Vorgarten      von Olaf Burmeister

 Pflanzenshopping

 


 

  Gartengeräte von Westfalia!
Unendlich viele gestalterische Ideen kann jeder verwirklichen, wenn man ein wenig mit den Augen klaut. So haben wir es getan und durften bei unserem Familienmitglied einige schöne Fotos schießen, um die ganze Geschichte zu illustrieren.

Es war einmal ein typischer Doppelhaus-Vorgarten mit einem Stück Rasen, welches ziemlich vernachlässigt  erschien. Das Mähen lohnte sich kaum, geschweige denn die Anschaffung eines Rasenmähers. Nach dem 3. Mal Ausleihen des Mähers vom Nachbarn kam man sich außerdem wie ein Schmarotzer vor.

Es musste ein Lösung her. Unser "Mustermann" hat den richtigen Einfall, vielleicht auch ein paar Anregungen aus Holland mitgebracht? So sieht die ganze Anlage  nach der Fertigstellung aus:

Von einer Garten- und Landschaftsbaufirma ließ er sich aus Granit-Rasenkantensteinen gleich große quadratische Flächen herstellen, die den gesamten Vorgarten ausfüllen. Ein U-förmiger Hauptweg führt durch die Anlage.

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Jede Fläche besitzt einen pflanzlichen Hauptbewohner, ein Nadelgehölz, wie die Schuppentanne (Araucaria aurocana) oder ein Blütengehölz. In jedem Monat des Jahres blüht ein Laubgehölz. Ein paar Beispiele folgen später.

Wie wird die hübsche Fläche hergestellt?

Jedes Beet wird mit einer anderen Abdeckung versehen, dazu gibt es im Fachhandel diverse Möglichkeiten, wie Rindenmulch, Piniendekorrinde, Colorwood*,  Muschelschalen sowie verschiedene Kieselarten. Sogar Glasscherben finden in mondänen Anlagen Anwendung.

Bevor die Abdeckung mit den jeweiligen Dekoren erfolgt, müssen zunächst die Gehölze gesetzt werden.

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Damit der Mutterboden von der Oberfläche mit dem edlen Dekorsubstraten getrennt bleibt, verwendet man das sogenannte Unkrautvlies. Es wird sorgfälltig auf den Flächen ausgebreitet und die Überstände mit einer Schere auf Maß gebracht. Der Wind spielt einem dabei häufig einen Streich! Damit das Vlies nicht beim Bearbeiten davonfliegt, am besten provisorisch mit Steinen beschweren. Vorhandene Pflanzen berücksichtigt man, in dem das Vlies eingeschnitten wird.

Auch der U-förmig geführte Weg wird mit Vlies bedeckt, bevor die grauen Kiesel eingebracht wurden.  Die wichtigste Funktion von Unkrautvlies: wie der Name dies andeutet; es trennt die obere von der unter Substratschicht. Das Unkraut (Wildkraut) kann nicht hindurch wachsen, es hält viele Jahre "dicht".  Ansonsten hält es nicht dicht, sondern ist für Regenwasser durchlässig, verhindert jedoch die Wasserverdunstung aus dem Boden. Die Vorteile von Unkrautvlies liegen auf der Hand. Es findet Anwendung z.B. auf Flächen im Garten, die fertig angelegt sind und nicht ständig verändert werden. In der Regel sind es verschiedene Gehölze, z.B. Rhododendren und Azaleenbeete, die dort angepflanzt sind.  Ein bisschen mühsam ist es schon, zwischen den Beständen herum zu arbeiten. Viele Schnitte sind dafür notwendig. Es erinnert mich an das Tapezieren um Heizungsrohre oder andere Störenfriede herum.  Die Belohnung liegt in der Einsparung des mühsamen Krautens (Unkraut jätens) zwischen den Kulturen, außerdem ist die Wasserersparnis im Sommer beträchtlich.  Das Gießen kann fast ganz und gar eingespart werden.

Gartenvlies gibt es in Baumärkten, sowie im Gartenfachhandel in unterschiedlichen Qualitäten und Größen. Aus gelochter Folie und aus gewebter Kunstfaser. Aus meiner Sicht schein die Haltbarkeit bei der Kunstfaser höher zu sein. Sie läßt sich leichter verlegen, ist aber auch teurer als die gelochte Folie.

Dieser Vorgarten findet einen tollen Abschluss in einem gemauerten Friesenwall, der in der Mitte eine bepflanzbare Fläche besitzt. Auch hier hat sich unser "Mustermann" eine Spezialität gegönnt.

Der Wall ist mit winterharten Kakteen bestückt, die meist aus Opuntia-Arten bestehen. Auch hier kann man das Pflanzsubstrat mit Vlies abdecken, um Wildkrautwuchs zu vermeiden. Mit Kieselsteinen anschließend dekorieren. Diese Anlage ist eine nicht alltägliche Erscheinung und ein echter "Hingucker!"

  Zu jeder Jahreszeit findet man  blühende Ziergehölze: Beispiele:

 Januar bis März:      

Zaubernuss (Hamamelis Sorten),  Winterschneeball (Viburnum botnantense Dawn), Winterjasmin (Jasminum nudiflorum)

April bis Juni:     

Goldglöckchen (Forsythia), Blutjohannisbeeren (Ribes), Scheinhasel (Corylopsis), sowie alle bekannten Ziersträucher wie Deutzien, Flieder, Duftjasmin (Philadelphus), Zierkirschen, Rhododendron / Azaleen und Magnolien.

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Sommer und Spätsommerblüher:  Rosen, Lavendel,  Roseneibisch (Hibiskus) Sommerflieder (Buddleia), Glanzmispel, Hortensien, Schneeballhortensien, Schönfrucht (Callicarpa) diese trägt im Sommer lila Blüten und zum Winter einen lila Fruchtschmuck, der lange am Strauch bleibt.

Für oben beschriebene Flächen eignen sich natürlich auch Stauden, insbesondere kompakt wachsende Arten, von denen es eine riesige Auswahl gibt.

* Colorwood wird aus Holzschnitzeln hergestellt, die verschieden eingefärbt werden, meist in rot, gelb und orange.

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